Details
Z-Move Regional – Gemeinsam besser vernetzt
Beschreibung

Mit „Z-Move Regional – Gemeinsam besser vernetzt“ untersucht die Stadt Zwickau als Oberzentrum gemeinsam mit den Kommunen der LEADER-Region „Zwickauer Land“, ob und in welcher Form digitale Informationen zu Mobilität und Erreichbarkeit künftig kommunalübergreifend bereitgestellt werden können. Im Mittelpunkt steht zunächst nicht die Entwicklung einer fertigen Plattform, sondern die Frage, welche gemeinsamen Bedarfe bestehen und welche organisatorischen, technischen und fachlichen Voraussetzungen für eine regionale Lösung geschaffen werden müssen.
Hinter dem Projekt steht die Idee, vorhandene und zukünftig zu erschließende kommunale Mobilitätsdaten stärker zusammenzuführen, übersichtlich aufzubereiten und regional nutzbar zu machen. Untersucht wird dafür, welche Daten und Informationen bereits verfügbar sind, wo Lücken bestehen und wie Zuständigkeiten, Datenqualität, Schnittstellen sowie rechtliche und organisatorische Rahmenbedingungen gestaltet werden können. Mögliche Anwendungsfälle reichen von Informationen über Baustellen und Verkehrseinschränkungen über ÖPNV-Anschlüsse und Rad- und Wegeverbindungen bis hin zur Erreichbarkeit wichtiger Einrichtungen und Angebote.
Projektverlauf
Z-Move Regional baut auf den Ergebnissen des Forschungsprojektes „Z-Move 2025“ auf. In diesem wurde in der Stadt Zwickau ein Prototyp für eine digitale Plattform zum Management von Mobilitätsdaten entwickelt, der unterschiedliche mobilitätsrelevante Daten bündelt und über Karten- und Dashboard-Ansichten visualisiert. Das gemeinsam mit der Westsächsischen Hochschule Zwickau und weiteren Mobilitätsakteuren durchgeführte Vorgängerprojekt zeigte das Potenzial einer gemeinsamen Datengrundlage. Gleichzeitig wurde deutlich, dass für eine regionale Weiterentwicklung insbesondere Fragen zur Datenverfügbarkeit, zu Zuständigkeiten und zur interkommunalen Zusammenarbeit geklärt werden müssen.
Mit Z-Move Regional wird dieser Ansatz deshalb über die Stadtgrenzen Zwickaus hinaus betrachtet. Die Stadt Zwickau ist Vorhabensträgerin und übernimmt als koordinierende Stelle die Organisation des Prozesses. Das Projekt wird von Juli 2026 bis Februar 2027 im Rahmen des LEADER-Programms gefördert. 80 Prozent der Finanzierung erfolgen über die Förderrichtlinie LEADER, 20 Prozent trägt die Stadt Zwickau. Ein externer Dienstleister unterstützt die Durchführung und fachliche Aufbereitung des Prozesses.
Ein wesentlicher Bestandteil des Projektes ist ein strukturierter Beteiligungsprozess. Einbezogen werden die Kommunen der LEADER-Region Zwickauer Land sowie weitere regionale Akteure. Die Beteiligungsintensität richtet sich dabei nach den jeweiligen Möglichkeiten und Interessen der Kommunen; einzelne Kommunen wirken vertieft an der Entwicklung und Bewertung möglicher Anwendungsfälle mit. Ergänzend wird die Bevölkerung über eine Online-Beteiligung einbezogen. Bürgerinnen und Bürger können auf diesem Weg benennen, welche Informationen zu Mobilität und Erreichbarkeit ihnen im Alltag fehlen oder besonders wichtig sind. Die Rückmeldungen dienen dazu, Informationsbedarfe sichtbar zu machen und mögliche Anwendungsfälle zu priorisieren.
Die Ergebnisse des Beteiligungs- und Analyseprozesses werden abschließend in einer Machbarkeitsstudie zusammengeführt. Dafür werden geeignete regionale Anwendungsfälle identifiziert und ein möglicher Umsetzungsrahmen für ein Folgeprojekt aufgezeigt.
Mehrwert
Mobilität und Erreichbarkeit enden nicht an Gemeindegrenzen. Pendelwege, Baustellen, ÖPNV-Verbindungen, Versorgungseinrichtungen und touristische Wegebeziehungen betreffen häufig mehrere Kommunen gleichzeitig. Z-Move Regional setzt deshalb auf einen gemeinsamen Blick auf Mobilitätsinformationen und die dafür notwendigen Datengrundlagen.
Für die beteiligten Kommunen liegt ein wesentlicher Mehrwert darin, Bedarfe zu bündeln, bestehende Daten und Zuständigkeiten transparenter zu machen und Doppelstrukturen zu vermeiden. Eine gemeinsame Datengrundlage kann beispielsweise dazu beitragen, Auswirkungen von Baustellen und Verkehrseinschränkungen über Gemeindegrenzen hinweg besser einzuschätzen oder Informationen zur Erreichbarkeit von Einrichtungen miteinander zu verknüpfen. Dadurch können bessere Entscheidungsgrundlagen und effizientere Abstimmungsprozesse zwischen den Kommunen entstehen.
Gleichzeitig können durch einen gemeinsamen Ansatz Synergien bei der technischen Umsetzung entstehen. Anstatt vergleichbare digitale Lösungen in mehreren Kommunen getrennt aufzubauen und zu betreiben, können technische Komponenten, Dateninfrastrukturen und Dienstleistungen perspektivisch gemeinsam genutzt werden. Insbesondere kleinere Kommunen erhalten dadurch die Möglichkeit, Daten strukturiert bereitzustellen und digitale Anwendungen zu nutzen, ohne zunächst ein eigenes Forschungs- oder Entwicklungsprojekt durchführen zu müssen.
Die gemeinsame Betrachtung schafft zudem Transparenz gegenüber Verwaltung, Politik sowie Bürgerinnen und Bürgern. Sie kann sichtbar machen, welche Informationen bereits vorhanden sind, wo Daten fehlen und an welchen Stellen zusätzliche technische oder finanzielle Ressourcen erforderlich sind. Damit können auch Finanzierungsbedarfe gegenüber Landkreis, Land oder Bund fundierter dargestellt werden. Z-Move Regional schafft somit zunächst die Grundlage dafür, regionale Digitalisierung nicht als Summe einzelner kommunaler Lösungen, sondern als gemeinsame Aufgabe zu betrachten.
Fazit & Ausblick

Z-Move Regional zeigt bereits in der laufenden Projektphase, dass eine regionale digitale Lösung nicht allein eine technische Aufgabe ist. Entscheidend ist zunächst, die unterschiedlichen Bedarfe der Kommunen zusammenzuführen und gemeinsam zu klären, welche Daten tatsächlich benötigt werden, wer für sie zuständig ist und wie sie dauerhaft gepflegt und genutzt werden können. Der breite Beteiligungsprozess und die Koordination durch die Stadt Zwickau bilden dafür eine wichtige Grundlage.
Eine Herausforderung besteht darin, den bislang stark wissenschaftlich und technisch geprägten Ansatz in konkrete und für Kommunen sowie Bevölkerung unmittelbar nachvollziehbare Anwendungsfälle zu übersetzen. Gerade für kleinere Kommunen ist es wichtig, den Nutzen einer gemeinsamen Datenbasis anhand konkreter Alltagsfragen sichtbar zu machen. Gleichzeitig zeigt das Projekt, dass nicht jede beteiligte Kommune dieselben personellen oder technischen Ressourcen bereitstellen muss. Eine koordinierende Stelle sowie unterschiedliche Beteiligungsintensitäten können ermöglichen, auch Kommunen mit begrenzten eigenen Kapazitäten in einen gemeinsamen Entwicklungsprozess einzubeziehen.
Die Machbarkeitsstudie soll bis zum Ende des Projektes im Februar 2027 zeigen, welche Anwendungsfälle sich für eine regionale Umsetzung eignen und welche organisatorischen, technischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen dafür geschaffen werden müssen. Auf dieser Grundlage können die beteiligten Kommunen über ein mögliches Folgeprojekt entscheiden. Bei einem positiven Ergebnis ist perspektivisch eine weitere Finanzierung, beispielsweise über LEADER, denkbar. Für eine dauerhafte Umsetzung stellt sich darüber hinaus die Frage, wie die erforderlichen Aufgaben langfristig institutionell verankert werden können. Eine zu prüfende Möglichkeit wäre, über mehrere Jahre eine zentrale Stelle bei einer regionalen Institution zu etablieren, die insbesondere die technische Koordination und Datenpflege für mehrere Kommunen übernimmt.
Zukünftig könnten zudem weitere Datenquellen eingebunden werden. Denkbar sind beispielsweise Verkehrszählungen oder Daten aus bestehenden Melde- und Informationsprozessen von Verkehrsunternehmen. Voraussetzung hierfür wären geeignete Rechte- und Rollenkonzepte. Damit könnte aus dem zunächst auf Mobilität und Erreichbarkeit ausgerichteten Ansatz langfristig eine gemeinsame Datenbasis entstehen, die Kommunen bei weiteren regionalen Planungs- und Entscheidungsprozessen unterstützt.
Weiterführende Informationen
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