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Details

MOBILITIES for EU in Dresden

Ort:
Dresden
Einwohnerzahl:
mehr als 100.000
Themenfeld/er:
Energie  
Mobilität  
Wirtschaft  
Projektträger:
Landeshauptstadt Dresden
weitere Projektbeteiligte:
Eigenbetrieb Sportstätten Dresden, TU Dresden, SAENA, Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI, SAP SE, Volkswagen Group Innovation
Projektlaufzeit:
2024 - 2028
Projektstatus:
in Umsetzung
Gesamtkosten:
insg. 24 Mio. Euro EU-Projektförderung für das gesamte Projektkonsortium
Finanzierung/Förderung:
Horizon Europe, 100 % Förderung für Kommunen über die Projektlaufzeit

MOBILITIES for EU ist ein EU-gefördertes Smart-City-Projekt, das innovative Mobilitäts- und Energielösungen unter realen Bedingungen erprobt. In Dresden dient der Sportpark OSTRA als Demonstrationsgebiet. Das Areal liegt an der Elbe in unmittelbarer Nähe zur Messe Dresden und eignet sich aufgrund der überwiegend städtischen Liegenschaften sowie der vielfältigen Nutzungen – von Sportstätten und Sportvereinen über Freizeitsport bis hin zur Funktion als Überflutungsfläche – besonders für die Erprobung neuer Technologien. Im Rahmen des Projekts werden mehrere innovative Anwendungsfälle miteinander verknüpft:

  • Autonomes Fahren: Als Schritt auf dem Weg zum autonomen Fahren wird infrastrukturgestütztes, ferngesteuertes Fahren im realen städtischen Kontext getestet. Dabei sollen die Rahmenbedingungen für den Einsatz von On-Demand-Shuttles in Stadtquartieren untersucht werden, die – wie das Ostragehege – bislang nur eingeschränkt durch ÖPNV erschlossen sind.
  • Bidirektionales Laden: Wertvolle Erfahrungen zum Bidirektionalen Laden – also dem Laden in beide Richtungen: vom Fahrzeug ins Netz und umgekehrt – werden durch Tests mit den Dienstfahrzeugen des Eigenbetriebs Sport gesammelt. Durch die Einbindung der Photovoltaik-Anlagen der JOYNEXT-Arena dienen die Fahrzeuge nicht nur zur Fortbewegung, sondern auch als „mobile Ladespeicher“. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen perspektivisch skaliert und auf größere Fahrzeugflotten übertragen werden.
  • 5G-Campusnetz: Ein privates 5G-Netz dient als sichere Testumgebung für die Kommunikation zwischen Fahrzeugen, Infrastruktur und weiteren digitalen Anwendungen. Durch Funktionen wie Network Slicing können beispielsweise Übertragungskapazitäten für sicherheitsrelevante Anwendungen reserviert werden und gleichzeitig hohe Anforderungen an Datenschutz und Datensicherheit erfüllt werden.
  • Autonomer Laderoboter: Gemeinsam mit Volkswagen Group Innovation wird ein autonomer Laderoboter erprobt. Er fährt nicht nur autonom, sondern ermöglicht das automatisierte Laden von Elektrofahrzeugen und lädt sich bei Bedarf selbstständig auf. Besonders an Standorten, an denen aufgrund besonderer Rahmenbedingungen – wie im hochwassergefährdeten Ostra-Gebiet – keine stationäre Ladeinfrastruktur errichtet werden kann, bietet der Laderoboter eine Alternative, um dennoch zuverlässige E-Mobilität zu ermöglichen.
  • Digitales Wegeleitsystem: Ein intelligentes Leitsystem unterstützt Besucher bei der Orientierung im Sportpark und verknüpft physische Beschilderung mit digitalen Informations- Navigationsangeboten.

Projektverlauf

Die Dresdner Maßnahmen sind Teil des europäischen Projekts MOBILITIES for EU, das gemeinsam mit internationalen Partnern aus allen Ecken Europas konzipiert wurde. Dresden übernimmt dabei neben Madrid die Rolle einer Leuchtturmstadt, deren Lösungen im Rahmen des Projekts auf weitere europäische Transferstädte übertragen werden.

Ein wichtiger Bestandteil des Projekts ist die Beteiligung der Öffentlichkeit. Hierfür wurde das OSTRA-Labor eingerichtet, das unter anderem Informationsveranstaltungen, VHS-Kurse sowie Aktionen wie die Teilnahme am bundesweiten Digitaltag anbietet. Für die Erarbeitung des Wegeleit- und Mobilitätskonzepts konnten Bürger ergänzend ihre Anregungen sowohl über eine Online-Feedbackplattform als auch im Rahmen von Vor-Ort-Veranstaltungen einbringen. Begleitende Öffentlichkeitsarbeit sorgt dafür, die Projektergebnisse einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Mehrwert

Auch wenn das Projekt aufgrund seines Umfangs und der europäischen Förderung besondere Rahmenbedingungen besitzt, sind viele der entwickelten Ansätze auf kleinere Kommunen übertragbar. Insbesondere einzelne Bausteine – beispielsweise digitale Mobilitätsangebote, intelligente Ladeinfrastruktur oder Beteiligungsformate – können unabhängig voneinander nachgenutzt werden.

Darüber hinaus bietet das Projekt wertvolle Erfahrungen bei der Beantragung von Fördermitteln, der Umsetzung innovativer Vorhaben sowie bei Beschaffungsprozessen. Die Landeshauptstadt Dresden unterstützt interessierte Kommunen durch den Austausch von Erfahrungen, insbesondere zu regulatorischen und administrativen Herausforderungen und kann bei technischen Fragen Kontakte zu den Projektpartnern herstellen.

Interessierte Kommunen haben zudem die Möglichkeit, das Demonstrationsgebiet im Rahmen von Studientouren oder individuellen Vor-Ort-Besuchen kennenzulernen und sich direkt mit dem Projektteam auszutauschen.

Fazit & Ausblick

Mit den Maßnahmen im Sportpark OSTRA soll gezeigt werden, dass die verschiedenen Technologien grundsätzlich erfolgreich umgesetzt und wie sie in der Zukunft miteinander verknüpft werden können. Gleichzeitig liefern die Pilotprojekte wichtige Erkenntnisse zu technischen Fragen, beispielsweise zu bidirektionalem Laden oder dem Zusammenspiel der digitalen Infrastruktur, sowie zu regulatorischen Herausforderungen, insbesondere bei autonomen Fahrzeugen.

Für den autonomen Laderoboter ist vorgesehen, die Anwendungsfreundlichkeit weiter auszubauen. Künftig sollen Nutzer den Roboter per App anfordern können. Die optimierte Priorisierung von Ladeaufträgen und die Erweiterung des Fahrzeugportfolios sind geplant. Über das Projekt hinaus strebt die Volkswagen Group Innovation die Weiterentwicklung und Vermarktung der Technologie an.

Die Erkenntnisse aus dem bidirektionalen Laden sowie aus dem 5G-Campusnetz fließen in konkrete Empfehlungen für zukünftige Anwendungen der kommunalen Infrastruktur ein. Das digitale Wegeleitsystem im Sportpark OSTRA soll durch den zuständigen Eigenbetrieb weiterbetrieben und kontinuierlich verbessert werden. Außerdem soll mit den Erfahrungen des infrastrukturgestützten ferngesteuerten Fahrens die nächste Stufe des autonomen Fahrens erreicht und in einen alltäglich nutzbaren Mobilitätsdienst überführt werden.

Für einzelne Teilprojekte bestehen bereits Gespräche über eine langfristige Fortführung. Darüber hinaus werden Unternehmen und Investoren gesucht, die erfolgreiche Demonstratoren übernehmen und in den Regelbetrieb überführen.

Weiterführende Informationen

Kontaktdaten

Frances Weiß
Amt für Wirtschaftsförderung
0351 4888731‬

Zur Webseite des Projektträgers  

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