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Details

ABSOLUT: On-Demand-Plattform und Fernzugriff einer Leitstelle für autonome ÖPNV-Fahrzeuge

Ort:
Leipzig
Einwohnerzahl:
mehr als 100.000
Themenfeld/er:
Mobilität  
Projektträger:
Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) GmbH, Konsortialführer
weitere Projektbeteiligte:
12 Partner aus Industrie, Forschung und Kommune, davon 10 aktive Partner mit eigenem Förderbescheid, 2 assoziierte (nutzende) Partner)
Projektlaufzeit:
Oktober 2023 - September 2026
Projektstatus:
ABSOLUT I erfolgreich abgeschlossen, Folgeprojekt ABSOLUT II in der Umsetzung
Gesamtkosten:
Gesamtverbund ca. 12 Mio. Euro
Finanzierung/Förderung:
Fördermittelgeber: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE), Strategisches Einzelprojekt „IKT für Elektromobilität 5“

Beschreibung

Das Forschungsprojekt ABSOLUT verfolgt das Ziel automatisiertes und autonomes Fahren als verlässliche Ergänzung zum bestehende ÖPNV-Angebot zu etablieren. Dies soll insbesondere in den Stadtrandgebieten zur Stärkung und Sicherung des ÖPNV-Angebots beitragen sowie die Barrierefreiheit erhöhen. Derzeit ist die Teststrecke im öffentlichen Verkehrsraum rund 7 km lang. Sie verbindet die S-Bahn-Haltestelle „Leipzig Messe“ mit der Straßenbahnlinie 16, weiteren Buslinien sowie der Haltestelle „BMW/Zentralgebäude“.

Besonders wertvoll für die Weiterführung des Projektes ist, dass alle Projektpartner aus Sachsen stammen. Dadurch bleiben die aufgebauten Kompetenzen und die gewonnene Expertise langfristig in der Region erhalten. 

Während des gesamten Projekts wird großer Wert daraufgelegt, Entscheidungen aus Sicht der Fahrgäste zu treffen und die Projektaktivitäten entsprechend zu planen.  

Projektverlauf

ABSOLUT I (2019-2022): 

In der ersten Projektphase lag der Fokus auf die Fahrzeugausstattung und den Buchungssystemen. 

Das Gesamtsystem einer hochautomatisierten, bedarfsgesteuerten ÖPNV-Landschaft wurde entwickelt. 

Verschiedene Komponenten wurden getestet: Von Buchungs- und Auskunfts-App über die Leitstelle mit Einsatzplanung und Pooling-Funktion bis hin zu den selbstfahrenden Shuttles auf einer Teststrecke. Die Absicherung der Fahrfunktionen erfolgte durch einen Sicherheitsfahrer im Fahrzeug, der jederzeit eingreifen konnte. 

ABSOLUT II (2023-2026)

In der zweiten Projektphase liegt der Fokus auf der Weiterentwicklung der Leitstelle mit der Möglichkeit zur Fernsteuerung der Busse.

Untersucht wird, wie der Arbeitsplatz mit Konsole und Nutzeroberflächen gestaltet werden muss, wie die Kommunikationsverbindung zum Fahrzeug erfolgt oder wie die Automatisierungs- und Steuerungseinheiten im Fahrzeug aufgebaut sind, um ungeplante Manöver zu ermöglichen. 

  1. Der Fokus auf den Leitstellenarbeitsplatz ist zentral, um standardisierte Vorgaben für eine Fernzugriffszentrale zu entwickeln. Das Projekt wurde von Grund auf neu konzipiert und adressiert ein zukunftsrelevantes Thema für die Personalentwicklung im ÖPNV.
  2. Die Buchungsplattform für On-Demand-Dienste wird derzeit intern für autonome Diensten weiterentwickelt. Zudem spielt die technische Realisierung für das On-Demand Backend ins Fahrzeug eine zentrale Rolle. 

Die größte Herausforderung besteht darin, die für den Fahrzeugfernzugriff notwendige Infrastruktur bereitzustellen sowie die Schnittstellen zwischen den Systemkomponenten umzusetzen. 

Mehrwert

Erst durch die Möglichkeit, dass ein Mensch mehrere Fahrzeuge gleichzeitig überwachen und in Betrieb halten kann, erröffnet sich das Potenzial für eine Skalierung und breitere Anwendung des automatisierten ÖPNV (mit einem wirtschaftlichen Mehrwert).

Ziel ist es, nach und nach manuell gesteuerte Busse durch autonome Fahrzeuge zu ersetzen. Zudem soll künftig auch das Thema Elektromobilität aufgegriffen werden, sobald geeignete Fahrzeuge auf dem Markt verfügbar sind. Die aktuelle Prognose sieht erste fahrerlose Betriebsformen mit Fahrzeugen aus der Industrie ab 2027 vor. 

Fazit & Ausblick

Die Skalierung der Projektergebnisse wird möglich sein, sobald Fahrzeuge ohne Sicherheitsfahrer betrieben werden können. 

Lessons Learned: Für Mobilitätsprojekte mit einer starken Innovationskomponente ist eine klar strukturierte Planung entscheidend. Zu viel Agilität kann im Projektverbund ein Risiko darstellen, insbesondere bei technischen Komponenten, die aufeinander aufbauen. Klare deliverables und Halbjahressprints haben sich im Projekt als sehr wirkungsvoll erwiesen. 

Eine abgestimmte Kommunikation und ein klar definiertes Kommunikationskonzept sind ebenfalls sehr wichtig, insbesondere dann, wenn zahlreiche Partner in das Projekt eingebunden sind.

On-Demand-Angebote sind fest in der Finanzierung der Stadt Leipzig verankert und Teil der Regelfinanzierung von Flexa. Das Projekt basiert somit also auf realen wirtschaftlichen Kalkulationen. 

Manuelle On-Demand-Angebote sind derzeit kostengünstiger als die klassische Linienplanung. Im autonomen Betrieb sind Anschaffungskosten zunächst höher, doch ab einer bestimmten Flottengröße (ca. 60 Busse) rechnet sich die autonome Struktur, da pro Personalstelle mehrere Fahrzeuge betrieben werden können. 

Für kleinere Kommunen empfiehlt sich ein netzwerkorientierter Ansatz, um das Thema anzugehen. Die Leipziger Verkehrsbetriebe prüfen derzeit, eine technische Aufsicht sowie eine Art „Entstör-Service“ für sächsische Kommunen aufzubauen.

Bisher ist es in Deutschland noch niemandem gelungen, Fahrzeuge ohne Sicherheitsfahrer im Regelbetrieb einzusetzen. Anbieter in China und den USA sind hier bereits weiter und haben autonome Systeme teilweise schon in den Regelbetrieb integriert.

Weiterführende Informationen

Kontaktdaten

Mario Nowack
Projektleiter / Projektmanager ABSOLUT
Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB)

Zur Webseite des Projektträgers  

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