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Details

Pilotprojekt von Online-Überwachungssystemen für geologische Veränderungen und potenzielle Felsstürze

Ort:
Bergstadt Elterlein
Einwohnerzahl:
weniger als 5.000
Themenfeld/er:
Bauen  
Projektträger:
Kleinstadt Elterlein
weitere Projektbeteiligte:
Stadt Zwönitz, Statotest s.r.o.; Gebäudesicherung Eckert GmbH, Ingenieurbüro Eckert GmbH
Projektlaufzeit:
Jan. 2025 - Juni 2025 (Verlängerung bis heute)
Projektstatus:
laufend
Gesamtkosten:
keine Kosten für Kommune (ausschließlich Personalkosten für die Begleitung der Umsetzung und Inbetriebnahme)
Finanzierung/Förderung:
EDIH Sachsen

Beschreibung

Die Zusammenarbeit der Verwaltungsgemeinschaft Zwönitz mit Statotest s.r.o. zielt darauf ab, die öffentliche Sicherheit zu erhöhen und die Wartungsplanung durch den Einsatz von Online-Überwachungssystemen für geologische Veränderungen und potenzielle Felsstürze zu optimieren. Dieses innovative Projekt nutzt eine fortschrittliche Technologie, um Echtzeitdaten und prädiktive Erkenntnisse bereitzustellen, welche die Stabilität und Sicherheit von Hängen und Steinbrüchen gewährleisten.

Projektverlauf

Gemeinsam mit der Bergstadt Elterlein wurde ein Pilotprojekt zur Hangsicherung bzw. zur frühzeitigen Erkennung von Bewegungen im Gestein umgesetzt. Vor dem Hintergrund zunehmender Sensibilisierung für Infrastruktursicherheit – etwa nach dem Brückenunglück in Dresden – wurde geprüft, welche digitalen Lösungen zur kontinuierlichen Überwachung gefahrenverursachender Strukturen eingesetzt werden können.

Im Fokus stand eine Felsformation „Kleiner Anger“ unterhalb einer kommunalen Straße. Bisher erfolgte die Überwachung des Hangs in jährlichen Intervallen. Ziel des Projekts ist es, eine kontinuierliche, digitale Echtzeitüberwachung zu etablieren und damit potenzielle Gefahren frühzeitig zu erkennen. Hierzu wurde ein umfassendes Monitoring-System installiert. Das Überwachungssystem kombiniert Hardware- und Softwarekomponenten:

  • Hardware: Sensoren zur Erfassung relevanter physikalischer Größen wie Neigung, Vibrationen, Temperatur, Feuchtigkeit, Segmentverschiebung (Position) sowie Eisbildung.
  • Software: Cloud-basierte Plattform zur Datenerfassung, -verarbeitung und -visualisierung mit App-Zugang für Desktop und Smartphone. Das System nutzt künstliche Intelligenz, um Trends zu analysieren und frühzeitig auf kritische Entwicklungen hinzuweisen. 

Eine zentrale Fragestellung ist zudem, inwieweit potenzielle Bewegungen durch Baumaßnahmen beeinflusst werden könnten.

Mehrwert

Das Projekt ermöglicht Kommunen, die praktische Eignung eines digitalen Geo-Überwachungssystems unter realen Bedingungen zu testen und belastbare Erkenntnisse für zukünftige Investitionsentscheidungen zu gewinnen. Durch die kontinuierliche Datenerhebung und -analyse können potenzielle Risiken frühzeitig erkannt werden, wodurch präventive Maßnahmen rechtzeitig eingeleitet werden können. Dies eröffnet die Möglichkeit erheblicher Kosteneinsparungen, da Schäden nicht erst im akuten Ereignisfall, sondern vorausschauend adressiert und im Vorhinein vermieden werden.

Darüber hinaus steigert das System die Effizienz der kommunalen Abläufe: Es liefert qualitativ hochwertige Ergebnisse (mit der gleichen Auflösung wie klassische Methoden), ist jedoch in Echtzeit verfügbar und online zugänglich – sodass keine Besuche vor Ort erforderlich sind.

Weiterhin trägt das kontinuierliche Monitoring wesentlich zur Erhöhung der öffentlichen Sicherheit bei. Kritische Infrastrukturen wie Straßen oder Hänge können dauerhaft überwacht werden, wodurch Risiken transparenter und besser steuerbar werden.

Darüber hinaus fördert die Zusammenarbeit mit einem technologieorientierten Unternehmen die Einführung agiler Methoden und innovativer Kooperationsformen innerhalb der Verwaltung. Neue Arbeitsweisen und digitale Lösungsansätze werden praktisch erprobt und in bestehende Strukturen integriert. Dies stärkt langfristig eine offene, innovationsfreundliche Verwaltungskultur und unterstützt Kommunen dabei, den digitalen Wandel aktiv und strategisch zu gestalten.

Fazit & Ausblick

Das Pilotprojekt zeigt, dass digitale, KI-gestützte Überwachungssysteme einen wertvollen Beitrag zur Sicherheit kommunaler Infrastruktur leisten können. Die erhobenen Datensätze stimmen gut mit klassischen Messungen überein, was die Validität der Technologie unterstreicht. 

Die Sensorik bleibt weiterhin im Einsatz. Bei zukünftigen Auffälligkeiten ist eine vertiefte Datenauswertung mit optionaler Alarmfunktion vorgesehen. Perspektivisch ist eine Übertragung auf weitere Objekte wie Steinbrüche denkbar.

Da es sich um ein Pilotvorhaben handelt, erfolgt eine finale wirtschaftliche Bewertung im Falle eines möglichen Vertragsabschlusses. Das Projekt liefert jedoch eine belastbare Grundlage für zukünftige Entscheidungen im Bereich digitaler Infrastrukturüberwachung.

Weiterführende Informationen

Kontaktdaten

Marco Ludwig
SG Tiefbau und Stv. Fachbereichsleiter Bauwesen
Stadtverwaltung Zwönitz

Zur Webseite des Projektträgers  

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