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Details

Open Data für Bürger, Wirtschaft und Verwaltung

Ort:
Dresden
Einwohnerzahl:
mehr als 100.000
Themenfeld/er:
Verwaltung  
Wirtschaft  
Projektträger:
Landeshauptstadt Dresden
weitere Projektbeteiligte:
Technische Universität Dresden
Projektlaufzeit:
07/2023 - 12/2026
Projektstatus:
in Umsetzung
Gesamtkosten:
1,1 Mio. Euro
Finanzierung/Förderung:
BMWSB - Modellprojekte Smart Cities (MPSC)

Beschreibung

Seit 2019 verfügt die Landeshauptstadt Dresden über das Open-Data-Portal Dresden. Das Portal wurde vom kommunalen Verbund KOSIS initiiert und entwickelt. Aktuell sind dort mehr als 1.100 Datensätze veröffentlicht. Damit gehört Dresden im bundesweiten Vergleich zu den Vorreitern.

Ziel des Open-Data-Projektes ist es, den Mehrwert offener Daten systematisch zu erschließen. Neben der reinen Bereitstellung der Daten liegt ein Schwerpunkt darauf, diese aktiv zu bewerben und ihre Nutzung zu erleichtern, sodass sowohl die Bürgerschaft als auch die Wirtschaft und Verwaltung davon profitieren können. In diesem Zusammenhang wird analysiert, welche Herausforderungen bei der Nutzung offener Daten bestehen und inwieweit eine Weiterverarbeitung der bereitgestellten Daten erfolgt. Ein Schwerpunkt der Weiterentwicklung des Portals liegt auf der schnellen und einfachen Auffindbarkeit der Daten, um den Nutzerkreis kontinuierlich zu erweitern. Darüber hinaus befasst sich das Projekt mit der Stärkung der Datenkompetenz, um die Nutzung und Weiterverarbeitung von Rohdaten zu fördern, sowie mit der visuellen Aufbereitung und Kontextualisierung von offenen Daten.

Herzstück des Projektes ist die prototypische Umsetzung von Softwareartefakten, die den Nutzen und Mehrwert von Open Data erhöhen sollen. Drei konkrete Artefakte stehen dabei im Zentrum:

  1. Open-Data-App-Portal: Über das App-Portal sollen interessierte Nutzende Beispiele für die Nachnutzung offener Daten einsehen können, um Anwendungsmöglichkeiten und Mehrwerte anschaulich aufbereitet kennenlernen, erfassen und nutzen zu können.
  2. KI-basierter Chatbot: Zur Stärkung der Datenkompetenz der Nutzenden soll ein KI-basierter Chatbot an das Open-Data-Portal angebunden werden. Dieser ermöglicht es, textbasierte Fragen zu stellen und Auswertungen auch ohne vertiefte statistische Vorkenntnisse vorzunehmen.
  3. Feedbackkanäle: Open-Data-Nutzenden soll es ermöglicht werden, strukturiertes Feedback zu geben sowie Rückfragen zu stellen. Derzeit erfolgt die Kontaktaufnahme mit der Stadt Dresden ausschließlich per E-Mail. Vorgesehen ist hier insbesondere die Entwicklung eines regelbasierten Chatbots für die sofortige Beantwortung häufig auftretender Fragen.

Projektverlauf

Die Landeshauptstadt Dresden verfolgt schon seit mehreren Jahren verschiedene Ansätze zur Entwicklung intelligenter städtischer Quartiere. 2021 wurde ein Förderantrag für die Modellprojekte Smart Cities (MPSC) erstellt, in dessen Erstellung neben dem Eigenbetrieb IT-Dienstleistungen der Stadt Dresden verschiedene Ämter sowie die TU Dresden involviert waren.

Nach Förderzusage wurde zunächst eine 1,5-jährige Strategiephase durchgeführt, an die nun seit Juli 2023 die Umsetzungsphase anschließt. Das genannte Vorhaben ist eine von insgesamt 10 Maßnahmen, die für die Umsetzung im Rahmen der MPSC-Förderung vorgesehen sind.

Das übergeordnete Open-Data-Maßnahmenziel ist die Konzeption und kontinuierliche Weiterentwicklung des Open Data Portals der Landeshauptstadt Dresden in Bezug auf Angebot, Funktionalität und Wirksamkeit.

Mehrwert

Durch die Entwicklung praxisnaher Anwendungsfälle möchte die Landeshauptstadt Dresden aufzeigen, welches Potenzial offene Daten konkret zur Lösung städtischer Herausforderungen bieten. Langfristig soll das Projekt dazu beitragen, die Stadt noch moderner, lebenswerter und zukunftsfähiger zu gestalten. Grafische Darstellungen und anschauliche Beispiele von Datensätzen tragen dazu bei, den Mehrwert offener Daten für Nutzende sichtbar zu machen und für deren Potenziale zu sensibilisieren. Eine konkrete Anwendung hierfür ist die Visualisierung der Dresdner Weihnachtsmärkte (siehe: https://www.weihnachtsmarktkarte-dresden.de/)

Die Entwicklung von Softwareartefakten auf Open-Source-Basis stellt sicher, dass die erarbeiteten Lösungen auf andere Kommunen übertragbar sind. Damit erhalten auch andere Städte die Möglichkeit, die in Dresden entwickelten Anwendungen in ihre eigenen Open-Data-Portale zu integrieren oder in angepasster Form nachzunutzen. Insgesamt ist es empfehlenswert, vergleichbare Datensätze kommunenübergreifend standardisiert bereitzustellen, um Vergleiche, Nachnutzung und Skalierung zu erleichtern.

Fazit & Ausblick

Herausforderungen ergeben sich aus der heterogenen IT-Landschaft der Landeshauptstadt Dresden, in der unterschiedliche Fachverfahren und Systeme genutzt werden. Die Open-Source-Artefakte der TU Dresden können zwar grundsätzlich in den jeweiligen kommunalen IT-Umgebungen implementiert werden, jedoch zeigt sich: Die reine Bereitstellung der Software genügt nicht. Die Sicherstellung der dauerhaften Lauffähigkeit, Wartung und Integration in bestehende Systeme stellt eine zentrale Herausforderung dar.

Der Einsatz von Softwarelösungen, die auch in anderen Kommunen genutzt werden, erleichtert Austausch, Nachnutzung und Skalierung. Idealerweise sollte eine kommunenübergreifende Software die Datenhaltung, Bereitstellung, Visualisierung und Aggregation in einem System abbilden, um zusätzliche Schnittstellen und Exporte zu vermeiden. Sicherheitsaspekte sollten frühzeitig berücksichtigt und IT-Experten von Beginn an eingebunden werden.

Der geplante KI‑Chatbot für das Open Data Portal soll künftig den Umgang mit offenen Daten deutlich erleichtern. Er soll Bürgern und Unternehmen ermöglichen, Informationen einfacher zu finden, Fragen zu stellen und Auswertungen vorzunehmen – auch ohne spezielles Vorwissen.

Ein zentraler Erfolgsfaktor ist die Pflege und qualitätsgesicherte Aufbereitung der offenen Daten. Die Datensätze werden in einer Datenbank verwaltet, die direkt mit dem Open-Data-Portal verbunden ist. Um bestehende Arbeitsabläufe in den Ämtern nicht grundlegend zu verändern, wurden Schnittstellen zu vorhandenen Fachsystemen geschaffen und bestehende Datenstrukturen berücksichtigt. Wesentlich sind klar benannte Datensatzverantwortliche sowie aussagekräftige Metadaten. Diese sind nicht nur für die Nachnutzung der Daten entscheidend, sondern auch eine wichtige Grundlage für KI-basierte Anwendungen wie Chatbots. Zur Unterstützung der Mitarbeitenden stehen Leitfäden zur Anlage neuer Datensätze zur Verfügung.

Weiterführende Informationen

Kontaktdaten

Landeshauptstadt Dresden
Abteilung Kommunale Statistikstelle
0351-4881100

Zur Webseite des Projektträgers  

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