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Details

hoferLand.digital: Taupunktsensorik

Ort:
Hof (Saale)
Einwohnerzahl:
mehr als 100.000
Themenfeld/er:
Daseinsvorsorge  
Mobilität  
Projektträger:
Landkreis Hof
weitere Projektbeteiligte:
27 kreisangehörige Kommunen, kommunale Bauhöfe, technischer Dienstleister
Projektlaufzeit:
seit Aug. 2025
Projektstatus:
laufend (Pilotphase)
Gesamtkosten:
ca. 800.000 Euro
Finanzierung/Förderung:
MPSC-Förderung

Beschreibung

Im Rahmen der MPSC-Förderung wurde die Plattform „Innovationsraum Hofer Land“ umgesetzt, die unter anderem einen Digitalen Zwilling, verschiedene Dashboards sowie einen Datenkatalog umfasst. Ein zentraler Bestandteil ist das Dashboard zum Taupunktsensoriknetz.

Die eingesetzten Sensoren sind über das LoRaWAN-Netzwerk verbunden und erfassen relevante Wetter- und Umgebungsdaten wie die Bodentemperatur des Straßenbelags, die Lufttemperatur und die Luftfeuchtigkeit. Auf dieser Basis wird der Taupunkt an über 130 Standorten im Landkreis berechnet.

Die Anwendung ermöglicht sowohl eine detaillierte Ansicht einzelner Messstandorte als auch aggregierte Übersichten und Durchschnittswerte auf Ebene der Kommunen. Ein integriertes Ampelsystem liefert eine leicht verständliche Einschätzung der Glättewahrscheinlichkeit, insbesondere hinsichtlich Reifglätte und überfrierender Nässe.

Projektverlauf

Ursprünglich war vorgesehen, das Projekt gemeinsam mit dem Kreisbauhof umzusetzen. Im Verlauf zeigte sich jedoch ein deutlich größeres Interesse seitens der Bürgermeister, sodass die Kommunen frühzeitig aktiv eingebunden wurden.

Die Auswahl der Sensorstandorte erfolgte durch die Kommunen selbst. Dabei meldeten die Bauhöfe typische Messstellen, wobei die Verfügbarkeit von LoRaWAN-Netzen aufgrund von Höhen- und Tiefenlagen zunächst unklar waren. Letztlich konnten bestehende Netzwerke genutzt werden, sodass keine zusätzlichen Gateways erforderlich waren. Teilweise wurden Standorte an den Grenzen von Gebietskörperschaften gemeinsam betrachtet oder zusammengefasst.

Mehrwert

Bislang sind Bauhöfe gezwungen, insbesondere nachts Kontrollfahrten durchzuführen, um den Streubedarf zu prüfen. Durch das Dashboard kann künftig ein Großteil dieser Prüfungen digital erfolgen. Dies spart Zeit, reduziert unnötige Fahrten und ermöglicht einen gezielteren Einsatz von Streumitteln.

Gleichzeitig bestehen weiterhin Herausforderungen: So kann beispielsweise ein gefrierender Wasserfilm nicht direkt durch die Sensorik erfasst werden. Auch komplexe Wetterlagen lassen sich nicht vollständig im Dashboard abbilden, und extreme Ereignisse wie Schneestürme können die Datenübertragung beeinträchtigen.

Zudem bedeutet eine rote Anzeige im Ampelsystem nicht zwangsläufig, dass tatsächlich Glätte vorliegt. Da außerdem nicht ersichtlich ist, ob bereits ein Winterdiensteinsatz erfolgt ist, entsteht teilweise zusätzlicher Erklärungsbedarf, insbesondere in der Kommunikation gegenüber Bürgern.

Fazit & Ausblick

Das bisherige Feedback der kommunalen Bauhöfe fällt insgesamt positiv aus, auch wenn sich das System noch in einer frühen Phase der Nutzung befindet. Gleichzeitig wurde deutlich, dass das Vertrauen in die neuen datenbasierten Entscheidungsgrundlagen noch weiter wachsen muss. 

Im April/Mai 2026 ist eine weitere Feedbackrunde mit den Bauhöfen vorgesehen, um konkrete nächste Schritte zur Steigerung des Mehrwerts zu definieren. Ein zentraler Prüfstein wird dabei die Frage sein, ob im Winter 2026/27 tatsächlich messbar Fahrten im Winterdienst eingespart werden können.

Darüber hinaus wird in Kooperation mit der Hochschule Hof ein Vorhersagemodell entwickelt, das neben aktuellen Messwerten auch ortsgenaue Prognosen zur Glättewahrscheinlichkeit für die kommenden Stunden und Tage liefern soll. Eine mobile Anwendung ist ebenfalls in Planung, soll jedoch erst nach Abschluss der Pilotphase der Sensorik ausgerollt werden. 

Weiterführende Informationen

Kontaktdaten

Vanessa Wagner
Arbeitsbereichsleitung Projekt hoferLand.digital
Landratsamt Hof - SmartCities
Schaumbergstr. 14,  95032,  Hof, 

Zur Webseite des Projektträgers  

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