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Details

SPARCS – ganzheitliches Energiequartier in Leipzig

Ort:
Leipzig
Einwohnerzahl:
mehr als 100.000
Themenfeld/er:
Bauen  
Energie  
Umweltschutz  
Projektträger:
Stadt Leipzig
weitere Projektbeteiligte:
Leipziger Stadtwerke GmbH, Universität Leipzig, Fraunhofer IMW, Fraunhofer IAO, Wohnen & Service Leipzig, cenero Energy, seecon Ingenieure und zahlreiche weitere Partner
Projektlaufzeit:
Oktober 2019 bis September 2024
Projektstatus:
in Bearbeitung
Gesamtkosten:
Förderung für Leipziger Konsortium: 7,1 Millionen Euro
Finanzierung/Förderung:
EU Forschungs- und Innovationsprogramm Horizon 2020

Beschreibung

Im Rahmen von SPARCS werden ganzheitliche Positive Energiequartiere (Positiv Energy Districts) im Leipziger Westen entwickelt. Ziel ist zu erproben, wie mit smarten Tools Quartiere mehr Erneuerbare Energien produzieren, als dass sie diese Energie selber benötigen. Dazu werden zum einen Erneuerbare Energie-Anlagen wie PV-Anlagen, Solarthermie-Anlagen und Stromspeichern in den Quartieren gebaut und zum anderen diese Anlagen mit smarten Tools, wie eine dynamische Heizungssteuerung oder ein Virtuelles Kraftwerk gesteuert. Die Tools und die Digitalisierung unterstützt die Energien effizienter zu nutzen und zu steuern.

Hervorzuheben ist, dass die Energiequartiere, Dunckerviertel und die Baumwohlspinnerei, bestehende, teilweise denkmalgeschütze Quartiere in Leipzig sind. Das Ziel von SPARCS in Leipzig ist herauszufinden, wie klimaneutrale, energiepositive Quartiere im Bestand umgesetzt werden können. Mit SPARCS erprobt die Stadt Leipzig, wie Klimaneutralität, Digitalisierung, Wirtschaftlichkeit und Gemeinschaft zusammen gedacht und erreicht werden können – für eine gute Zukunft für uns alle.

Projektverlauf

Um die Herausforderungen der Energiewende zu meistern, ist es wichtig, dass Partner aus Verwaltung, Wirtschaft und Forschung zusammenarbeiten. In Leipzig engagiert sich deshalb ein Projektteam aus neun lokalen und internationalen Partnern in der Entwicklung und Umsetzung der Maßnahmen.

Das Referat Digitale Stadt Leipzig als Initiator des Projekts spielte eine entscheidende Rolle bei der Antragstellung und der Einbindung von relevanten Partnern.

Die technischen Partner LSW, WSL, Cenero und Suite5, sind verantwortlich für die Entwicklung und Erprobung technischer Lösungen im Kontext der Energiepositiven Quartiere.

Die Universität Leipzig fungiert als wissenschaftlicher Partner in SPARCS und legt seinen Schwerpunkt auf die Entwicklung von Energiesystemen und in der Analyse, ob durch die Maßnahmen von SPARCS sich Verhaltensänderungen bei den Bewohnern in den Energiequartieren ergeben. Als weiterer wissenschaftlicher Partner konzentriert sich das Fraunhofer-Institut auf die Analysen in den Bereiche E-Mobilität und Bürgerbeteiligung.

Die Bürgeraktivierung als zentrales Element des Vorhabens wird durch die Zusammenarbeit mit seecon vorangetrieben. Der Fokus liegt hierbei auf innovativen Ansätzen, um die Bürger aktiv in den Entscheidungsprozess einzubinden und somit eine breite gesellschaftliche Akzeptanz und Unterstützung für das Projekt zu gewährleisten.

In den ersten drei Jahren des Projekts erfolgte die Umsetzung und Erprobung der Maßnahmen. In den letzten beiden Jahren stehen Monitoring und die Entwicklung einer Replikationsstrategie im Fokus.

Der Projektstart gestaltete sich durch den Ausbruch der Corona-Pandemie als herausfordernd, insbesondere im Hinblick auf Bürgerbeteiligung und -information. Gleichzeitig ergaben sich im Kontext der Energiekrise besondere Dynamiken, die zusätzliche Aspekte in die Projektdurchführung einbrachten und den Fokus auf nachhaltige Energiepraktiken weiter verstärkten.

Das Projekt befindet sich aktuell in der Phase des Monitorings der implementierten Maßnahmen. Dabei wird überprüft, inwiefern die gesetzten Ziele erreicht wurden. Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Identifikation von "best practice" Maßnahmen, die sich als besonders effektiv erwiesen haben, sowie die Planung für deren Replikation.

Die Replikation von erfolgreichen Maßnahmen ist entscheidend für die Übertragbarkeit und den breiteren Erfolg des Projekts. Hierbei werden Maßnahmen identifiziert, die besonders wirksam waren, und es wird ein Plan entwickelt, um sie in anderen Kontexten oder Regionen zu replizieren. Dies trägt dazu bei, die positiven Auswirkungen des Projekts zu maximieren und nachhaltige Veränderungen zu fördern.

Mehrwert

SPARCS hat als übergeordnetes Ziel, innovative Lösungen für die Planung, Umsetzung und Implementierung von intelligenten und integrierten urbanen Energiesystemen zu präsentieren und zu validieren. Diese Lösungen sollen dazu beitragen, Städte in nachhaltige, bürgernahe und kohlenstofffreie Ökosysteme zu transformieren, die allen städtischen Bewohnern eine hohe Lebensqualität bieten.

Die Bürger werden in Entwicklungsprozesse einbezogen und können bspw. im Rahmen von Veranstaltungen Rückmeldung geben. Neben dem Bezug umweltfreundlicher Energien werden. Mittels Apps können die ansässigen Bewohner ihren eigenen Wärme- bzw. Stromverbrauch einsehen und mit den Durchschnittswerten. Sie erhalten ferner Hinweise, wie der Energieverbrauch reduziert werden kann.

Der Stadt bietet das Projekt die Gelegenheit, energiepositive urbane Distrikte zu entwickeln und dabei neue und innovative Planungsprozesse zu erproben. Die Einbindung von verschiedenen Interessengruppen erfolgt mittels inklusiver Management- und Planungsprozesse. Einbezogen werden u.a. Wirtschaft, Forschungseinrichtungen, Stadtplaner, kommunale Verwaltungen und vor allem die städtischen Bewohner. Mit den Bürgern im Mittelpunkt der Entscheidungsprozesse wird das allgemeine Bewusstsein der Öffentlichkeit für die Bestrebungen zur Nachhaltigkeit in der Stadt gesteigert.

Fazit & Ausblick

Der Erfolg des Projektes ist auf die gute Zusammenarbeit verschiedener Institutionen zurückzuführen, darunter Universitäten, kommunale Eigenbetriebe und Unternehmen. Die gemeinsame Lernkultur, die durch den Austausch von Wissen und Erfahrungen entstand, trug maßgeblich dazu bei, innovative Ansätze zu entwickeln und erfolgreich umzusetzen. Das Erproben im Reallabor ermöglichte praxisnahe Erkenntnisse und trug zur Anpassung und Optimierung der Maßnahmen bei.

Kleinere Kommunen können aus dem Projekt wichtige Erkenntnisse gewinnen. Insbesondere zeigte sich, dass kleinere, leicht umsetzbare Maßnahmen, wie die Installation einer intelligenten Heizungssteuerung in Mehrfamilienhäusern, erhebliche Einsparpotenziale bieten können. Die Nutzung von Apps erwies sich als effektives Mittel zur Sensibilisierung der Betroffenen für ihr Verbrauchsverhalten, wobei nicht jede Zielgruppe dafür geeignet ist. Die frühzeitige Abstimmung komplexer Zählerkonzepte mit Netzbetreibern und sorgfältige Planung sind entscheidend.

Weiterführende Informationen

Kontaktdaten

Nadja Riedel
Referat Digitale Stadt
Stadt Leipzig
,  04092 ,  Leipzig,  Deutschland

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