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Details

SMARTCity Gera – Smarte Glasentsorgung

Ort:
Stadt Gera
Einwohnerzahl:
20.000 - 100.000
Themenfeld/er:
Daseinsvorsorge  
Umweltschutz  
Verwaltung  
Projektträger:
Stadt Gera
Projektlaufzeit:
seit Feb. 2021
Projektstatus:
in Betrieb
Gesamtkosten:
ca. 25.000 Euro (ohne Sensoren)
Finanzierung/Förderung:
Modellprojekte Smart Cities (MPSC) des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen

Beschreibung

Gera ist seit Juli 2019 Smart-City-Modellstadt. Ein Schlüsselprojekt in diesem Kontext ist die Bereitstellung des Open-Data-Portals „Smart City Cockpit“ (erreichbar unter https://cockpit.gera.de), das relevante Daten zum Leben in der Stadt smart, live und übersichtlich in einem Cockpit darstellt. Das Portal bereitet Sensordaten aus der Stadt visuell auf und macht sie somit der Öffentlichkeit zugänglich. Dargestellt werden etwa Daten zum Wetter, zur Feinstaubbelastung, zu Gewässerpegeln oder zum Füllstand der städtischen Glascontainer.

Die Sensoren in zehn Glascontainern (seit 2024 auf allen Sammelplätzen) der Stadt bilden die Grundlage für eine smarte Müllentsorgung, in deren Rahmen genau dort entsorgt wird, wo es notwendig ist. Die Tourenplanung findet autonom statt, Fahrer werden über eine App zur optimalen Route informiert, was eine emissionseffiziente Entsorgung ermöglicht. Das Open-Data-Portal wird schrittweise ausgebaut und soll durch den offenen, nutzerfreundlichen Zugang zu öffentlichen Daten Innovationspotenziale in der Wirtschaft freisetzen und das Leben der Bürger in Gera vereinfachen.

Projektverlauf

Die Stadt Gera wurde durch das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen nach ihrer erfolgreichen Bewerbung im Jahr 2019 als eine von 13 Smart-City-Modellprojekten ausgewählt. Bis 2021 wurde die SMARTCity-Strategie erarbeitet und durch den Stadtrat beschlossen. Das SMARTCity Cockpit Gera startete im Februar 2021 im Rahmen der Strategiephase und wird in der Umsetzungsphase fortgesetzt. Wichtige Arbeitsschritte zur Bereitstellung des Cockpits war die Beschaffung der entsprechenden Sensoren sowie die Anbindung und die Veröffentlichung der Daten im Geo-Portal der Stadt. Technisch wurde dies über Grafana realisiert, einer Open-Source-Anwendung, welche die Darstellung von Daten aus verschiedenen Datenquellen plattformübergreifend ermöglicht.

Die Füllstandsmessung der Glascontainer ist ein SmartCity Projekt des Abfallwirtschaftszweckverbands Ostthüringen. Dazu wurden zwei verschiedene Sensorarten gestestet. Eine Sensorart misst mittels Ultraschall die Entfernung von der Containeroberseite zum Glas und berechnet daraus den Füllstand des Containers. Der andere Sensortyp erfasst die Schwingungen und Geräusche beim Einwerfen des Glases und bestimmt daraus den Füllstand. Ziel ist es dabei herauszufunden, welche Sensorart für welche Bauart von Glascontainer am besten geeignet ist.

Mehrwert

Grundlegendes Ziel der Geraer Smart-City-Initiative ist es, die Stadt unter der Nutzung moderner Technologien nachhaltig lebenswert zu gestalten. Dies ist ein wichtiger Baustein dafür, die vom demographischen Wandel betroffene Stadt positiv für die Zukunft aufzustellen. Smarte Technologien wie das Cockpit helfen in diesem Zusammenhang, indem sie die Basis für eine effiziente und zugleich transparente Steuerung der Stadt schaffen – beispielsweise durch smarte Glascontainer und effiziente Leerroutinen ohne Leerfahrten.

Ein genereller Vorteil der Smart-City-Strategie ist, dass sie in einem breiten öffentlichen Prozess der Bürgerbeteiligung erarbeitet wurde – wodurch sichergestellt ist, dass die umgesetzten Projekte auch tatsächlich den Bedürfnissen der Menschen vor Ort entsprechen und so das Leben, Wohnen und Arbeiten in Gera verbessern.

Fazit und Ausblick

Die smarte Glasentleerung ist ein Modellprojekt, das demonstriert, wie digitale Technologien nutzerfreundlich zur Stadtentwicklung beitragen können. Gleichzeitig bildet es die Basis für die Umsetzung weiter Smart-City-Projekte. Das Portal soll durch die Installation weiterer Sensoren schrittweise ausgebaut werden, zuletzt wurden etwa Daten zum Besucherstand und zur Wasserqualität in Badeseen und Schwimmbädern hinzugefügt. Somit bestehen durch das Portal weitere Entwicklungsmöglichkeiten, etwa im Bereich einer App für Bürgerservices sowie zur allgemeinen Transparenz der Stadtverwaltung im Sinne eines „digitalen Rathauses“, das barrierefreien Zugang zu Verwaltungsdienstleistungen bietet.

Weiterführende Informationen

Kontaktdaten

Claudia Missling
Ansprechpartnerin Fachliche Anfragen und Vernetzung
Stadtverwaltung Gera
Kornmarkt 12,  07545 ,  Gera,  Deutschland
+49 (0)365 838 1238

Zur Webseite des Projektträgers  

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