Details
DigiNetPolSax - Digitalisierung für den gemeinsamen Wirtschaftsraum

Projektbeschreibung
Das Projekt „DigiNetPolSax – Digitalisierung für den gemeinsamen Wirtschaftsraum“ hatte das Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit der sächsisch-polnischen Grenzregion zu stärken. Dazu wurden grenzübergreifende Kooperationen gefördert und wirtschaftliche Kompetenzen sichtbar gemacht. Das Projekt lief von März 2019 bis Februar 2021 und wurde im Rahmen des Kooperationsprogramms INTERREG Polen-Sachsen 2014–2020 durch die Europäische Union gefördert. Im Mittelpunkt stand die Entwicklung digitaler Instrumente, darunter ein digitaler Kompetenzatlas, der ein Unternehmensverzeichnis sowie ein B2B-Matchmaking-Tool enthält. Diese Instrumente unterstützen Unternehmen im Dreiländereck bei der Anbahnung von Kooperationen.
Darüber hinaus wurden zahlreiche Veranstaltungen zu Themen der Industrie 4.0 organisiert, um insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bei der digitalen Transformation zu begleiten und Innovationsbarrieren abzubauen.
Projektverlauf
Die Umsetzung des Projekts DigiNetPolSax wurde maßgeblich durch die Corona-Pandemie beeinflusst. Dennoch konnten alle im Projektantrag genannten Ziele erreicht werden. Im Zuge der Erstellung des digitalen Kompetenzatlas wurden Informationen zur Branchenstruktur, zu potenziellen Kooperationspartnern und zu wirtschaftlichen Kompetenzen der jeweiligen Nachbarregion recherchiert. U.a. wurden die wichtigsten Informationen über die regionalen Kompetenzen in den Hauptbranchen (Maschinen- und Anlagenbau, Automotive, Kunststoff und Metallverarbeitung, IT, Automation, Elektronik) erfasst. Diese Informationen wurden in gebündelter Form auf der Internetseite des Kompetenzatlasses sowie im Informationsheft in deutscher, polnischer, tschechischer und englischer Sprache veröffentlicht. Sie stehen somit allen Interessenten zur Verfügung.
Seitdem der Kompetenzatlas freigeschaltet wurde, haben sich viele Unternehmen und Einrichtungen beidseits der Grenze in der Datenbank eingetragen, eigene Profile angelegt sowie sich und ihre Produkte, Technologien und Dienstleistungen präsentiert. Für die Anmeldung zu den in Rahmen des Projektes durchgeführten Veranstaltungen stand den Teilnehmern das neue B2B-Matchmaking-Tool zur Verfügung. Anhand dessen konnten sie unter den anderen Teilnehmern potentielle Kooperationspartner finden und haben zahlreiche Kooperationsgespräche vereinbart. Diese können als wichtiger Ausgangspunkt für grenzüberschreitende Kooperationen gewertet werden. Zumal die Möglichkeit zur fortwährenden Kooperationsanbahnung darüber hinaus auch nach Abschluss des Projektes weiterhin gegeben und nicht auf den Projektzeitraum begrenzt ist.

Mehrwert
Das grenzübergreifende Projekt DigiNetPolSax hat eine Brücke zwischen Unternehmen aus Sachsen und den angrenzenden Verwaltungsbezirken aus Polen und Tschechien geschlagen. Die Finanzierung des Projekts erfolgte ausschließlich durch öffentliche Institutionen, sodass die Bedingungen für die Förderung im Rahmen von Interreg B erfüllt wurden. Die zuständigen Kommunen wurden ebenfalls zu den Veranstaltungen und Formaten eingeladen, sodass diese als Multiplikatoren dienten und gleichzeitig die Wirtschaftsnetzwerke für ihre Zwecke nutzen konnten.
Da die Projektpartner als bekannte Akteure mit etablierten Formaten auftreten, wurde das Projekt direkt gut angenommen und die KMU meldeten positives Feedback. Als ebenso zielführend erwies sich die Einbindung von IHKs, AHKs und der Außenwirtschaftsinitiative Sachsen (AWIS). Insbesondere die Mehrsprachigkeit stellt einen Mehrwert dar. Die ergriffenen Maßnahmen zur Unterstützung der regionalen Unternehmen führten vorrangig zur Verstetigung von B2B-Kontakten; konkrete Geschäftszahlen werden nicht gemonitort.

Fazit und Ausblick
Durch die Umsetzung von DigiNetPolSax konnten die wirtschaftlichen Potenziale der Region gezielt erfasst, sichtbar gemacht und durch den Ausbau grenzüberschreitender Kooperationen nachhaltig gestärkt werden. Die Unternehmen, die sich beteiligten, zeigten großes Interesse an grenzübergreifenden Kooperationen. Zudem konnte die Zusammenarbeit der Projektpartner nach innen gestärkt werden, während nach außen die gemeinsame Potenziale und Synergie aufgezeigt wurden. Das vorgestellte Projekt verdeutlicht, dass Kommunen insbesondere ein Projekt über Interreg umsetzen sollten, wenn sie Interesse an einer grenzübergreifenden Kooperation haben bzw. wenn das Ziel des Projekts nur durch grenzüberschreitende Zusammenarbeit erreicht werden kann.
Aufgrund veränderter Förderbedingungen wird für die Finanzierung ein Programmwechsel zu Interreg A Sachsen-Tschechien vollzogen. Zukünftig soll auch der persönliche Austausch verstärkt werden. Die digitalen Formate werden durch Veranstaltungen vor Ort in der Region ergänzt. Ferner werden die Angebote der Kooperationsbörse weiter ausgebaut.
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