Details
LISA – digitaler Bürgerservice im Landkreis Bautzen
Beschreibung

Mit „LISA-Landkreis-Informations- und Service-Assistentin“ bietet der Landkreis Bautzen einen digitalen Bürgerservice an, der Verwaltungsleistungen wohnortnah und unkompliziert zugänglich macht. Bürger werden in speziell ausgestatteten Videokabinen direkt mit den Mitarbeitenden der Verwaltung verbunden und können Ihre Anliegen ähnlich wie bei einem persönlichen Behördentermin erledigen.
Die Nutzung erfolgt derzeit an den Standorten Radeberg und Wilthen. Nach Betreten der Videokabine wird automatisch eine Verbindung mit einem Mitarbeitenden der Verwaltung hergestellt. Dort können Anträge gestellt, Unterlagen direkt digital übermittelt und individuelle Beratungen in Anspruch genommen werden. Die Nutzung ist ohne Termin, Registrierung oder technische Vorkenntnisse möglich. Die Gespräche finden vertraulich statt und werden nicht aufgezeichnet.
Zum Start stehen Leistungen des Sozialamtes, des Jugendamtes und des Jobcenters zur Verfügung. Perspektivisch soll das Angebot kontinuierlich erweitert werden. Ziel ist es, persönliche Beratung mit den Vorteilen digitaler Verwaltungsprozesse zu verbinden und den Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen insbesondere im ländlichen Raum zu verbessern.
Projektverlauf

Die Idee für „LISA“ entstand vor dem Hintergrund der Kreisgebietsreform und des Ziels, die Verwaltung wieder näher zu den Bürgerinnen und Bürgern zu bringen. Als Vorbild diente der Landkreis Uckermark, der das Konzept bereits erfolgreich eingeführt hatte. Vertreter des Landkreises Bautzen informierten sich vor Ort über den praktischen Einsatz des Systems und entschieden anschließend, das Modell auf den eigenen Landkreis zu übertragen. Mitarbeitende des Landkreises Uckermark begleiteten die Planung und Umsetzung und unterstützten den Wissenstransfer.
Für die technische Umsetzung wurden die erforderlichen Leistungen öffentlich ausgeschrieben. Den Zuschlag erhielt die Firma Tellma, die den Landkreis bei der technischen Konzeption, Installation und Inbetriebnahme der LISA-Standorte unterstützte. Im September 2025 wurden die Videokabinen eingerichtet und gleichzeitig die Arbeitsplätze der beteiligten Mitarbeitenden im Landratsamt für die digitale Beratung technisch ausgestattet. Vor dem offiziellen Projektstart absolvierte der erste Standort in Radeberg einen zweiwöchigen Probebetrieb, um technische Abläufe zu testen und erste Erfahrungen im Echtbetrieb zu sammeln. Am 1. Dezember 2025 wurde der zweite Standort in der Kreissparkasse in Wilthen eröffnet.
Ein wichtiger Erfolgsfaktor war die frühzeitige Einbindung potenzieller Nutzergruppen. So wurde der Seniorenbeauftragte des Landkreises Bautzen als erster Testnutzer gewonnen. Als Multiplikator wirbt er für das Angebot und trägt dazu bei, Berührungsängste gegenüber der digitalen Verwaltungsleistung abzubauen
Mehrwert

Mit „LISA“ verfolgt der Landkreis Bautzen das Ziel, Verwaltungsleistungen einfacher, schneller und bürgernäher anzubieten. Insbesondere für Menschen im ländlichen Raum entfallen lange Anfahrtswege zu den Verwaltungsstandorten. Viele Anliegen können vollständig digital bearbeitet werden, da erforderliche Unterlagen direkt vor Ort fotografiert und elektronisch in die Bearbeitung übernommen werden.
Auch für die Verwaltung ergeben sich deutliche Vorteile. Die digitale Beratung ermöglicht ortsunabhängige Arbeitsplätze und unterstützt flexible Arbeitsmodelle. Gleichzeitig profitieren die Mitarbeitenden von einer höheren Sicherheit, da konfliktreiche Beratungssituationen räumlich getrennt stattfinden können. Darüber hinaus entfallen beispielsweise Fahrtkosten für Leistungsberechtigte, wodurch sowohl Bürgerinnen und Bürger als auch die öffentliche Verwaltung entlastet werden.
„LISA“ zeigt, wie digitale Technologien persönliche Beratung sinnvoll ergänzen können. Trotz digitaler Prozesse bleibt der direkte Kontakt zu den Mitarbeitenden erhalten und ermöglicht eine individuelle Unterstützung bei komplexen Anliegen
Fazit & Ausblick

Die bisherigen Erfahrungen mit „LISA“ fallen sowohl bei den Bürgerinnen und Bürgern als auch bei den Mitarbeitenden positiv aus. Das Interesse an dem Angebot ist groß und mehrere Kommunen haben bereits den Wunsch nach eigenen LISA-Standorten geäußert. Technisch ist eine Erweiterung des Systems problemlos möglich.
Künftig soll „LISA“ schrittweise um weitere Verwaltungsleistungen sowie Angebote anderer Behörden und Institutionen ergänzt werden. Der Die Projektverantwortliche befindet sich hierzu bereits im Austausch mit weiteren Partnern, beispielsweise der Renten- und Krankenversicherung. Ziel ist es, möglichst viele öffentliche Dienstleistungen über eine zentrale Anlaufstelle bereitzustellen.
Für interessierte Kommunen empfiehlt der Landkreis, zunächst die Verwaltungsleistungen mit dem größten Antragsaufkommen zu identifizieren, um den größtmöglichen Nutzen zu erzielen. Ebenso wichtig ist die frühzeitige Einbindung engagierter Mitarbeitender, die den digitalen Wandel aktiv mitgestalten möchten.
Mit LISA ist ein übertragbares Modell entstanden, das zeigt, wie digitale Verwaltungsangebote den Zugang zu öffentlichen Leistungen verbessern, Mitarbeitende entlasten und die Daseinsvorsorge insbesondere in ländlichen Regionen nachhaltig stärken können.