Details
Der Leipziger Energie-Atlas

Beschreibung
Der Leipziger Energie-Atlas ist ein digitales Informations- und Planungstool, das energierelevante Informationen für das gesamte Stadtgebiet adressgenau bündelt und auf einer interaktiven Karte bereitstellt. Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen sowie Akteure aus Verwaltung und Planung können sich darüber informieren, ob ein Gebäude in einem geplanten Fernwärmegebiet liegt, wie gut sich Dachflächen für Photovoltaik eignen, wo öffentliche Ladeinfrastruktur vorhanden ist oder wie der Ausbaustand erneuerbarer Energien in Leipzig aussieht. Ziel ist es, bestehende Datenquellen zentral zusammenzuführen und verständlich aufzubereiten, um fundierte Entscheidungen für Investitionen und Planungen im Rahmen der Energiewende zu unterstützen.
Der Energie-Atlas gliedert sich in die drei Themenbereiche: Energie für Ihr Zuhause, Erneuerbare Energien und E-Mobilität. Die Navigation erfolgt über eine interaktive Karte sowie themenspezifische Reiter. Mithilfe einer Suchfunktion können Nutzerinnen und Nutzer direkt zu einer Adresse navigieren. Ein Klick auf Gebäude oder Kartenelemente öffnet Pop-up-Fenster mit weiterführenden Informationen und Handlungshinweisen. Technisch basiert die Anwendung auf ArcGIS und integriert verschiedene offene Datensätze über automatische Schnittstellen. Dadurch bleiben die einzelnen Informationen stets aktuell.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Bereitstellung von Informationen für unterschiedliche Zielgruppen. Während Eigentümerinnen und Eigentümer beispielsweise Informationen zum Solarpotenzial ihres Gebäudes erhalten, unterstützt die Darstellung der öffentlichen Ladeinfrastruktur insbesondere Investorinnen und Investoren bei Standortentscheidungen.

Projektverlauf
Der Leipziger Energie-Atlas entstand im Rahmen der Smart-City-Aktivitäten der Stadt Leipzig und wurde als gemeinsames Vorhaben mehrerer Fachbereiche entwickelt. Inhaltlich knüpft der Energie-Atlas an die Projekte Connected Urban Twins (CUT) und SPARCS an. Die Umsetzung und Veröffentlichung erfolgte im Rahmen des EU-Projekts EnAct4CleanCities.
Bereits zu Beginn wurden Workshops mit Fachämtern und unterschiedlichen Stakeholdern durchgeführt, um Anforderungen und Anwendungsfälle zu identifizieren. Auf dieser Grundlage entstanden Personas, Mock-ups und erste Prototypen, die iterativ weiterentwickelt wurden. Ziel war es, die unterschiedlichen Informationsbedarfe von Bürgerinnen und Bürgern, Unternehmen sowie Verwaltungsmitarbeitenden in einer intuitiv nutzbaren Anwendung zusammenzuführen.
Seit der Veröffentlichung im April 2026 wird der Energie-Atlas kontinuierlich ausgebaut. Perspektivisch sollen weitere Themen wie Denkmalschutz, Freiflächen-Photovoltaik oder Carport-Potenziale ergänzt und zusätzliche digitale Werkzeuge für die Energiewende integriert werden.
Mehrwert
Der Leipziger Energie-Atlas führt zahlreiche bereits vorhandene öffentliche Datensätze in einer zentralen Anwendung zusammen und macht sie für unterschiedliche Zielgruppen leicht zugänglich. Dadurch entsteht eine gemeinsame Informationsgrundlage für Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen sowie Verwaltung.
Eigentümerinnen und Eigentümer erhalten beispielsweise adressgenaue Informationen über die Eignung ihrer Dachflächen für Photovoltaik sowie über geplante Wärmeversorgungsgebiete. Das Dashboard zu erneuerbaren Energien fasst Daten aus dem Marktstammdatenregister übersichtlich zusammen und vermittelt einen aktuellen Überblick über den Ausbaustand erneuerbarer Energien. Im Bereich E-Mobilität werden öffentliche Ladepunkte dargestellt, wodurch die Anwendung auch Investorinnen und Investoren sowie die Stadtverwaltung selbst bei Standortbewertungen unterstützt.
Darüber hinaus wird der Energie-Atlas innerhalb der Stadtverwaltung genutzt, um wiederkehrende Informationsanfragen effizient zu beantworten und Fachbereiche bei Planungs- und Beratungsaufgaben zu unterstützen. So können beispielsweise Potenzialflächen für Photovoltaik schneller identifiziert und für die Wirtschaftsförderung oder kommunale Standortberatungen genutzt werden. Nutzerinnen und Nutzer können ausgewählte Informationen für einzelne Gebäude oder Grundstücke direkt exportieren und für weitere Planungen verwenden.

Fazit & Ausblick
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor des Projekts war die frühzeitige Einbindung verschiedener Fachämter und Zielgruppen. Durch Workshops, Tests und kontinuierliche Weiterentwicklung konnte eine Anwendung entstehen, die trotz der hohen Komplexität der zugrunde liegenden Daten intuitiv bedienbar bleibt. Die größte Herausforderung lag weniger in der technischen Integration der Daten als vielmehr in der Entwicklung einer verständlichen Benutzeroberfläche, die den unterschiedlichen Anforderungen von Verwaltung, Wirtschaft und Bürgerschaft gleichermaßen gerecht wird.
Für andere Kommunen zeigt das Projekt, dass eine enge Zusammenarbeit zwischen Fachämtern, Geodatenmanagement und Digitalisierungsverantwortlichen sowie eine konsequente Nutzerorientierung entscheidend für den Projekterfolg sind. Die Nutzung vorhandener öffentlicher Datenquellen ermöglicht einen vergleichsweisen einfachen Einstieg, auch wenn die technische Umsetzung auf einem kommunalen GIS-System basiert und keine Open-Source-Lösung darstellt.
Der Energie-Atlas befindet sich in einer ersten Ausbaustufe und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Geplant sind zusätzliche Themenbereiche, unter anderem zu Freiflächen-Photovoltaik, Carport-Potenzialen sowie weiterführende Analysen der Ladeinfrastruktur. Gleichzeitig werden die zugrunde liegenden Daten regelmäßig aktualisiert, sodass der Energie-Atlas langfristig als zentrale Informations- und Planungsplattform für die Energiewende in Leipzig weiter ausgebaut werden kann.